„Pfeif drauf!“ Über die frechste Kolumne der Welt.

Foto: Mathias Maul

Ich bin Nicole und im Herzen eine Rebellin.

Aus Prinzip kann ich Dinge nicht leiden, die alle gut finden und kann sogar früher aus diesem Grund „Phil Collins-Hörer“ nicht ausstehen.  

Das mag sicher meinem Elternhaus geschuldet sein, einem Vater, der uns schon früh lehrt, Dinge zu hinterfragen und einer Mum, die sich unerschrocken auch mal mit Behörden anlegt.

Als ich ein kleines Mädchen bin, werden meine Eltern öfters in die Schule gerufen, denn: Das eine oder andere Mal rutscht mir die Kreide aus und nicht ganz so brave Zeilen finden sich auf der Tafel wieder…dafür genieße ich jedoch den Applaus meiner Klassenkameraden.

Auf der anderen Seite bin ich damals ein liebes Kind mit langem blonden Haar und unschuldigen blauen Augen…nur manchmal geht da eben etwas mit mir durch…

Wie in vielen Familien läuft später auch bei uns nicht alles glatt.

Mein Vater zieht aus, als meine Schwester und ich 11 und 12 Jahre alt sind. Es folgt eine schwierige Zeit für unsere kleine Familie, in der ich oft zwischen Sarah Kay und meinem Tagebuch auf meinem Bett liege und mir große Sorgen mache.

Um die Sache nicht noch schlimmer zu machen, entwickle ich in dieser Zeit feine Antennen, die es mir ermöglichen, die Stimmung in der Familie zu erspüren und mich entsprechend der Stimmung „im Haus“ zu verhalten. Meine „Überangepasstheit“ wird geboren.

So beginnt ein Leben zwischen zu starker Authentizität und „Überanpassung“.

Insbesondere im beruflichen Alltag schwanke ich viele Jahre von einem Extrem ins andere.

Den Schalk im Nacken lasse ich mir allerdings zu keiner Zeit nehmen. Die Kollegen spüren dies leidvoll daran, dass ich regelmäßig ihre Sachen verstecke und ich den Moment unglaublich lustig finde, wenn sie den „Verlust“ bemerken.

Ich nehme an, diese Eigenschaft wird sich im Alter verstärken 😉.

Veränderung ist bekanntlich nur über Extreme möglich. So pendeln sich auch meine beiden Extreme mit der Zeit ein.

Ja, eine kleine Tendenz zur Überanpassung wird immer bleiben, aber die positive Rebellin in mir ist wacher denn je. Gerade noch rechtzeitig, denn:

Individualität, bitte!

In Zeiten wie diesen, in denen ein Instagramprofil dem nächsten gleicht und in dem gefühlt ALLE DIE Haltung posten, die gerade angesagt ist, ob es gelebt wird oder eben auch nicht….in Jahren, in denen Individualitiät das Nachsehen hat, ist es Zeit für Klartext und ist es Zeit, mit überholten Konventionen, die unser Lebensglück ausbremsen, aufzuräumen.

Willkommen bei „Pfeif drauf!“

Wir werden hier gemeinsam auf überholte Konventionen und auf Konformität pfeifen.

Bist Du dabei?